Rechtzeitig Regelungen für die Zukunft treffen

Notwendige und frühzeitige Regelungen für Situationen, in denen Sie nicht mehr selbstverantwortlich handeln und entscheiden können. Das ist nicht nur im Zusammenhang mit Alter und Pflegebedürftigkeit zu sehen. Handlungsbedarf kann auch plötzlich und unerwartet zum Beispiel durch eine Krankheit oder einen Unfall eintreten. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig vorzusorgen. Denn auch Familienangehörige können in diesen Fällen nur mit einer entsprechenden schriftlichen Vollmacht für Sie handeln.

Ihnen stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die private Vorsorge mit Hilfe von Vollmachten und der gerichtlich kontrollierte Weg durch die Betreuungsverfügung.

Für beide Vorsorgemöglichkeiten ist es notwendig, möglichst klare und eindeutige Handlungsanweisungen und Entscheidungsvorgaben zu benennen. In einigen Broschüren zum Thema werden Formulierungshilfen angeboten, die als Bausteine für die individuelle Gestaltung einer Vollmacht/Betreuungsverfügung verwendet werden können. Natürlich ist es jederzeit möglich, Ihre Vollmacht und Betreuungsverfügung zu widerrufen, abzuändern oder anzupassen. Außerdem ist eine Kombination von Vollmacht und Betreuungsverfügung möglich.

Zudem können Sie verfügen, daß für Aufgaben und Entscheidungen, die nicht durch Vollmacht geregelt werden können, Ihr Bevollmächtigter gesetzlicher Betreuer werden soll. Nähere Informationen zu diesem Thema und eine ausführliche Beratung erhalten Sie beim Vormundschaftsgericht, den kommunalen Betreuungsstellen, den Betreuungsvereinen,
Rechtsanwälten und Notaren.

 

Die private Vorsorge mit Hilfe von Vollmachten

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt werden: Sie müssen eine vertrauenswürdige Person kennen, die bereit ist, im Bedarfsfall für Sie zu handeln. Nur eine voll geschäftsfähige Person kann eine rechtsgültige Vollmacht erteilen.

Die Vorsorgevollmacht gilt ab einem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt und ist an von Ihnen festgelegte Bedingungen gebunden. Sie gilt nur für die Angelegenheiten, die in der Vorsorgevollmacht genannt sind. Auch das sogenannte „Patiententestament“, das den Willen eines Patienten für die Situation dokumentiert, in der er sich selbst nicht mehr über Behandlungsmaßnahmen u.ä. äußern kann, sollte Bestandteil einer Vorsorgevollmacht sein. Die Generalvollmacht gilt für alle Lebensbereiche. Diese muß der/dem Berechtigten jedoch dann zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt wird, damit die bevollmächtigte Person sofort handlungsfähig ist. Eine Vollmacht ist nur im Original gültig!

Wenn Sie befürchten, dass ihre Vollmacht angezweifelt werden könnte oder es um Vermögenswerte geht, empfiehlt es sich, die Vollmacht durch einen Notar beglaubigen oder beurkunden zu lassen.

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